Maitland Slump-Test: Was sagt ein positives Testergebnis wirklich aus?

Slump-Test in der Physiotherapie: Testreaktionen, Fehlerquellen und Varianten. Eine Einordnung des Fachartikels von von Piekartz, Jones und Moll.

Beim Slump-Test entsteht ein Ziehen im Bein – aber was sagt diese Reaktion aus? Eine aktuelle Fachpublikation beleuchtet die Geschichte, Durchführung und Interpretation des neurodynamischen Tests.

Mehr als eine Abfolge von Bewegungen

Der von Geoffrey Maitland entwickelte Slump-Test verbindet Bewegungen von Wirbelsäule, Kopf und unteren Extremitäten. Er wird in der muskuloskelettalen Physiotherapie eingesetzt, um die Reaktion auf neurodynamische Belastung zu untersuchen. Prof. Dr. Harry von Piekartz, Mark Jones und Dr. Fabian Moll zeichnen in ihrem Beitrag nach, wie sich das Verfahren aus klinischen Beobachtungen und Überlegungen zur Beweglichkeit neuraler Strukturen entwickelte.

Warum die Reaktion allein nicht ausreicht

Ein entscheidender Schwerpunkt des Artikels sind Unterschiede zwischen symptomatischen und asymptomatischen Personen. Auch Menschen ohne entsprechende Beschwerden können bei neurodynamischen Tests Empfindungen wahrnehmen. Deshalb ist nicht jede ausgelöste Reaktion automatisch ein Hinweis auf eine krankhafte Nervenbeteiligung. Relevant sind unter anderem die Art der Symptome, ihre Übereinstimmung mit den bekannten Beschwerden und ihre Veränderbarkeit während der Untersuchung.

Fehlerquellen und Varianten in der klinischen Anwendung

Die Autoren besprechen typische Fallstricke bei Durchführung und Interpretation sowie bekannte und weniger bekannte Testvarianten. Das ist gerade im Praxisalltag wichtig: Kleine Unterschiede im Vorgehen können beeinflussen, welche Reaktion beobachtet wird. Der Slump-Test liefert damit einen Baustein der Untersuchung, aber keine eigenständige Diagnose. Die wissenschaftliche Evidenz und die Grenzen seiner Aussagekraft werden in der Publikation differenziert diskutiert.

Originalpublikation

von Piekartz, H., Jones, M. & Moll, F. (2025). Der Maitland Slump-Test: Entwicklung, Evidenz und klinische Anwendung. MSK – Muskuloskelettale Physiotherapie, 29, 222–235. Zum Originalartikel beim Verlag (DOI).

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